Polyporus – ein Pilz aus vielen Einzelhüten

Polyporus – ein Pilz aus vielen Einzelhüten

Der Polyporus ist ein Vitalpilz, der im Deutschen auch Eichhase genannt wird. Er wächst in Europa, Nordamerika und Asien, bevorzugt am Boden von Eichen und Buchen. Außerdem handelt es sich um einen zusammengesetzten Pilz, der aus Hunderten von Hüten besteht, die mit einem gemeinsamen Strunk verbunden sind. Damit zählt er zu den Polyporen mit Urcharakter.


Sein Sklerotium, eine Ansammlung verhärteter Pilzfäden und Dauerform des Pilzmyzels, befindet sich unter der Bodenoberfläche und kann dort eine lange Ruhephase überdauern. Wenn die Bedingungen günstig sind, beginnt der Pilz zu wachsen und kann bis zu 20 Kilogramm schwer werden.


Hohe Konzentration an Mineralstoffen, Spurenelementen und B‑Vitaminen
Im Sklerotium hält der Polyporus eine hohe Konzentration an wertvollen Inhaltsstoffen bereit. Der Eichhase ist nicht nur ein Vitalpilz, sondern auch ein sehr schmackhafter Speisepilz. Er ist besonders reich an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen.
Beim Verzehr des Pilzes oder bei Einnahme von Pilzpulver kann man vor allem von folgenden Inhaltsstoffen profitieren: Kalzium, Kalium, Eisen, Mangan, Zink und Kupfer sowie Vitamin B1, B3, Folsäure und Biotin.


Wofür brauchen wir Vitamin B1 und Biotin?


Ein Vitamin‑B1‑Mangel tritt vermehrt bei Menschen auf, die regelmäßig Alkohol trinken, sehr viel Sport treiben oder unter Stress stehen. Vitamin B1 ist wichtig für den Gehirn‑ und Nervenstoffwechsel.
Biotin, auch als Vitamin B7 bekannt, ist essenziell für schöne Haut, kräftige Haare und feste Nägel. Struktur, Elastizität und Festigkeit werden durch Biotin gezielt unterstützt. Biotin kann über einen Zeitraum von drei Monaten bedenkenlos eingenommen werden. Hautprobleme wie Akne, Rosazea, Haarausfall oder Nagelstörungen können sich in dieser Zeit deutlich bessern.


Schöne und gesunde Haut, Haare und Nägel sind zudem ein Spiegel dafür, dass auch unsere Schleimhäute, unser Bindegewebe und unser Halteapparat intakt sind. Ein sehr erniedrigter Biotinspiegel im Blut weist darauf hin, dass auch der Darm und die dazugehörige Flora geschwächt sein können. Deshalb wird Biotin häufig in Kombination mit Probiotika eingesetzt.


Polyporus fördert das Haarwachstum


Polyporus enthält neben Biotin auch weitere Wirkstoffe, die das Haarwachstum begünstigen. Dazu gehören Polyporussteron, Acetosyringon und Dihydroxybenzaldehyd.
Wenn Sie unter Haarausfall leiden, kann eine Kur mit Polyporus eine Möglichkeit sein. Empfohlen wird eine Einnahme über mindestens drei Monate mit 500 mg Pilzextrakt.
Polyporus wirkt auf den Urogenitaltrakt
Der Urogenitaltrakt des Menschen umfasst alle Harnorgane und die Geschlechtsorgane von Mann und Frau. Der Eichhase besitzt als röhrenbesitzender Polypor eine besonders starke antimikrobielle Wirkung gegen krankmachende Keime wie Chlamydien.
Eingesetzt werden kann Polyporus bei:


•     wiederkehrenden Blasenentzündungen
•     Nierenentzündungen
•     Harnsteinen
•     begleitend bei Blasenkrebs


Natürliches Diuretikum ohne Kaliumverlust


Der Wirkstoff Ergon verhält sich pharmakologisch ähnlich wie ein Aldosteronantagonist (z. B. Spironolacton). Aldosteron ist ein Hormon der Nebenniere; die Hemmung durch einen Antagonisten führt zur Senkung des Blutdrucks, zur verstärkten Wasserausscheidung und zur Entlastung bei Herzinsuffizienz. Der Nachteil solcher Medikamente ist jedoch, dass auch Kalium ausgeschieden wird – ein Mineralstoff, der für eine normale Herzfunktion dringend benötigt wird.

Polyporus hingegen fördert die Wasserausscheidung und entlastet den Herzmuskel, ohne den Kaliumhaushalt zu belasten.
Ein weiterer Wirkstoff, Aquaporin, trägt ebenfalls zur vermehrten Ausscheidung von Wasser aus dem Gewebe bei. Er wird mit dem Schleifendiuretikum Furosemid verglichen, dessen Wirkung auf einer verminderten Rückresorption von Elektrolyten in der Niere beruht. Auch hier zeigt sich beim natürlichen Wirkstoff Aquaporin kein Kaliumverlust, wie er beim chemischen Furosemid auftreten kann.
Darüber hinaus reguliert Polyporus den Lymphfluss und leitet überschüssiges Wasser bei Gelenkschwellungen aus.


Polyporus bei Bluthochdruck


Blutdruckpatient:innen messen zwei Werte: den oberen (systolischen) und den unteren (diastolischen).
Ein erhöhter systolischer Wert ist oft altersbedingt und wird in der Regel mit einer verminderten Gefäßelastizität durch Arteriosklerose in Verbindung gebracht.
Ein erhöhter diastolischer Wert hingegen kann auf Nierenerkrankungen oder Hormonstörungen wie Schilddrüsenüberfunktion oder einen Überschuss an Kortisol im Blut hindeuten.
Der Polyporus hat aufgrund seiner nierenentlastenden Wirkung vor allem einen positiven Einfluss auf den diastolischen Wert.
Sind beide Werte erhöht, können die Vitalpilze Auricularia und Reishi ergänzend eingesetzt werden.


Steffi Full, Heilpraktikerin und PTA

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